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Energienews


11.02.2021

ZVEI kritisiert Gebäude-Elektromobilitäts-Gesetz

In fehlenden Leerrohren für Ein- und Zweifamilien-Neubauten sieht der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ein Hemmnis für die Umsetzung der Elektromobilität. Eine spätere Nachrüstung berechnet er mehr als zehnmal so teuer.

 „Der Kompromiss, den die Regierungsfraktionen beschlossen haben, ist nicht ambitioniert genug. Die Gebäudeinfrastruktur bleibt damit ein Schwachpunkt beim Umstieg auf die Elektromobilität“, kritisiert Wolfgang Weber, Geschäftsführer des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), anlässlich des für heute geplanten Beschlusses des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes (GEIG) im Bundestag. Er bemängelt, dass der aktuelle Kompromiss zum GEIG die Installation von Leerrohren im Neubau nicht vorsieht. Positiv sei, dass sich die Abgeordneten auf eine Absenkung der Schwellenwerte geeinigt hätten. Dass im Mehrfamilien-Neubau nun jede fünfte Wohnung und nicht nur jede zehnte Wohnung die Infrastruktur für eine Lademöglichkeit bereithalten soll, hält Weber für vernünftig. Die Regelung schaffe die Voraussetzung, um Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge zu Hause zu verbessern. 

ZVEI zu Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz: „Der Erfolg der Elektromobilität entscheidet sich auch in der Garage.“

„Jedes Einfamilienhaus in Deutschland benötigt ein Leerrohr, wenn wir Gebäude schon in der Entstehung fit für die Zukunft der Elektromobilität machen wollen. Den damit verbundenen Kosten von 300 Euro pro Leerrohr stehen späteren Nachrüstkosten von rund 4.000 bis 5.000 Euro gegenüber“, erklärt Weber. Dies habe eine gemeinsame Untersuchung von ZVEI und dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke ergeben. „Ein- und Zweifamilienhäuser sollten jetzt auf die Elektromobilität vorbereitet werden, zumal sie rund 30 Prozent des jährlichen privaten Neubaumarkts in Deutschland ausmachen.“ Mit dem aktuellen Kompromiss zum GEIG werde dieser Teil des privaten Neubaumarkts nun nicht für die Zukunft der Elektromobilität berücksichtigt. „Elektromobilität ist ein wichtiger Faktor für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors, der erst an Attraktivität gewinnen wird, wenn eine zuverlässige Ladeinfrastruktur, vor allem zu Hause, aber auch am Arbeitsplatz, vorliegt“, sagt Weber. Der Erfolg der Elektromobilität entscheide sich auch in der Tiefgarage. Quelle: ZVEI / jb

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